BananaPi / Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

pandel
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BananaPi / Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon pandel » 29 Okt 2014, 21:25

ACHTUNG: Kleiner Hinweis an alle, die das hier ausprobieren möchten:

BananianOS wird nicht mehr weiterentwickelt, es wird empfohlen, auf Armbian zu wechseln. Ob und inwieweit die von mir beschrieben Methode damit noch funktioniert oder ob weitereichendere Anpassungen an dem Script durchzuführen sind, muss bitte jeder für sich selber herausfinden.

Ich habe derzeit keinen Bedarf, auf Armbian zu wechseln und werde das daher auch nicht testen können...


Schönen guten Abend!

Da wir eine verteilte Filialstruktur haben, kam bei uns die Idee auf, kleine Raspis als Depotserver einzurichten. Es gibt ja hier nicht viel zum Thema ARM, nur soviel, dass die Python-basierten Teile lauffähig sein sollten, der TFTP nicht. Da ich den eh nicht brauche, würde mich interessieren, wie ich grundsätzlich vorgehen müsste, um einen Versuch zu starten.

Grundsätzlich würde ich versuchen, die passenden Bausteine aus dem SVN zu holen, zu kompilieren und einzurichten. Leider kenne ich mich mit externen Build Services nicht aus, um das mal etwas genereller aufzuziehen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp, wie ich da am besten vorgehen sollte, welche Basiskomponenten ich genau brauche, usw.

Ich weiss, ist eine etwas ausladendere Frage und vielleicht auch nicht so pauschal zu beantworten, aber wenn es funktionieren sollte, wäre es ja evtl. auch noch für andere interessant...

EDIT: manchmal hilft ja schreiben, ne... habe gerade mal versucht, ein wenig schlau aus dem OpenSuse Build Service zu werden und es braucht doch deutlich mehr Einarbeitungszeit, als ich momentan übrige habe. Schade...

Lieber Gruß
Holger
Zuletzt geändert von pandel am 20 Apr 2017, 02:27, insgesamt 2-mal geändert.

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n.wenselowski
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Re: Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon n.wenselowski » 30 Okt 2014, 09:32

Hallo pandel,

wie du richtig erkannt hast, sollte alles auf einem Raspberry ohne Probleme laufen, nur der tftpd nicht.

Falls du noch mal Zeit investieren willst, kannst du versuchen mit Links zu arbeiten oder die Pakete per "osc copypac" zu kopieren. Dann musst du nicht die Daten komplett aus dem SVN holen und selbst in entsprechende Pakete packen.
Anschließend ist es vielleicht schon ausreichend einfach für die gewünschte Distribution die passende ARM-Architektur auszuwählen.


Gruß

Niko
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wolfbardo
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Re: Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon wolfbardo » 30 Okt 2014, 09:37

Hallo Holger,

man müsste zunächst "nur" versuchen, ob sich die opsi-debian Pakete (ohne opsi-atftpd) installieren lassen, in der Hoffnung, dass die benötigten sonstigen Pakete auf arm out of the box bereitstehen.

Gegebenfalls auch das opsi-depotserver-expert verwenden.

Gruss
Bardo Wolf


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pandel
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Re: Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon pandel » 30 Okt 2014, 12:18

Hallo zusammen!

Danke schonmal für die Tipps! Ich werde mich da bestimmt nochmal mit auseinandersetzen. Werde mir demnächst einfach mal einen Raspi besorgen und ausprobieren, wie weit ich komme. Sollte das auch nur irgendwie halbswegs von sinnvollen Ergebnissen gekrönt sein, gebe ich gerne Bescheid!

Lieber Gruß
Holger

pandel
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Re: BananaPi / Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon pandel » 26 Nov 2014, 13:58


ACHTUNG: Kleiner Hinweis an alle, die das hier ausprobieren möchten:

BananianOS wird nicht mehr weiterentwickelt, es wird empfohlen, auf Armbian zu wechseln. Ob und inwieweit die von mir beschrieben Methode damit noch funktioniert oder ob weitereichendere Anpassungen an dem Script durchzuführen sind, muss bitte jeder für sich selber herausfinden.

Ich habe derzeit keinen Bedarf, auf Armbian zu wechseln und werde das daher auch nicht testen können...

EDIT: Bash Script dazu siehe nächstes Posting


Hi!

folgendes funktioniert mit einem BananaPi (is flotter als ein RasPi, hat mehr CPU Power und ne 1Gig Eth Schnittstelle) super, daher hänge ich das mal als Kurzbeschreibung an:

Banana Pi als opsi Depotserver (ohne TFTP)

Vorweg: opsi-atftp liegt derzeit nicht kompiliert für ARM Umgebung vor, daher fällt die Funktionalität weg. Ich finde das allerdings sehr vernachlässigbar, wenn man alles andere nutzen kann. Booten kann man immer noch per Stick oder CD...

  1. Grundinbetriebnahme
    1. Banana Pi, am besten mit Gehäuse, erwerben ;-)
    2. schnelle(!) Speicherkarte einbauen (ich verwende derzeit eine SDXC-Card 64GB, SanDisk Ultra - Class 10 )
    3. OS "Bananian" (aktu. Image-Vers. bananian-1411.img) auf https://www.bananian.org herunterladen, entpacken, per Win32DIskImager auf Speicherkarte schreiben
    4. Banana Pi anschließen, booten, mit root/pi einloggen
    5. Routine "bananian-config" laufen lassen, Fragen sinnvoll beantworten
    6. VI bzw. VIM mit Pfeiltasten anfreunden: ~/.vimrc anlegen, ein Zeile rein: set nocompatible
    7. da das mit der Konsole und dem Keyboard nicht so unbedingt will, hiermit nochmal neu setzen (wirkt sich teilweise wirklich nur auf SSH Konsolen aus!)
      • dpkg-reconfigure console-data
      • dpkg-reconfigure keyboard-configuration
      • udevadm trigger --subsystem-match=input --action=change
    8. Timeserver in ntp.conf setzen oder Zeit manuell berichtigen, booten und ab hier am Besten per putty weitermachen
    9. Routine "bananian-update" anwerfen ( hat bei mir allerdings nicht geklappt, muss ich noch recherchieren )
    10. notwendige Pakete fehlen, also nachinstallieren
      • apt-get install sudo
      • apt-get install samba-common-bin
      • evtl. nsswitch.conf ändern, damit die Namensauflösung auf die richtige IP direkt passt: hosts: dns files myhostname
    11. wer gerne möchte, dass die grüne LED im Takt der SD Zugriffe blinkt, folgendes machen:
      • touch /etc/init.d/gruene.led.mmc0.sh
      • eine Zeile in die Datei: echo mmc0 > /sys/class/leds/green\:ph24\:led1/trigger
      • chmod +x /etc/init.d/gruene.led.mmc0.sh
      • update-rc.d gruene.led.mmc0.sh defaults
  2. opsi Depotserver (Getting Started Handbuch, ab 3.1.2):
    1. jetzt alles gem. Handbuch (-> also aktuelles opsi Release 4.0.5 aus dem normalen Repo benutzen) ausführen bis "apt-key list", sollte im Groben sein
      • aptitude install wget lsof host python-mechanize p7zip-full cabextract openbsd-inetd pigz
      • aptitude install samba samba-common smbclient cifs-utils samba-doc
      • aptitude install mysql-server
      • in sources.list eintragen: deb http://download.opensuse.org/repositories/home:/uibmz:/opsi:/opsi40/Debian_7.0 ./
      • Signatur holen: wget -O - http://download.opensuse.org/repositories/home:/uibmz:/opsi:/opsi40/Debian_7.0/Release.key | apt-key add -
      • Erfolg checken: apt-key list
    2. dann
      • aptitude update
      • aptitude safe-upgrade
      • jetzt das Verzeichnis /home/opsiproducts per Hand anlegen
      • update-inetd --remove tftpd
      • aptitude install opsi-depotserver-expert (<<<<- WICHTIG!!!)
      • aptitude install opsi-configed
      (einige Schritte sind an der Stelle unnötig, weil die Kiste ja ganz frisch ist, aber der Vollständigkeit halber hab ich sie mit aufgelistet)
    3. Konfiguration gem. Getting Started Handbuch
      • opsi-setup --configure-mysql (<- MySQL Datenbank initialiseren)
      • Anpassung in /etc/opsi/backendManager/dispatch.conf durchführen. Ohne lizenzpflichtige Module:

          backend_.* : file, mysql, opsipxeconfd
          host_.* : file, opsipxeconfd
          productOnClient_.* : file, opsipxeconfd
          configState_.* : file, opsipxeconfd
          license.* : mysql
          softwareLicense.* : mysql
          audit.* : mysql
          .* : file
      • Änderungen anwenden
        • opsi-setup --init-current-config
        • opsi-setup --set-rights
        • service opsiconfd restart
        • service opsipxeconfd restart
      • ggf. "modules" Datei einspielen
      • opsi-setup --auto-configure-samba (<- Samba Konfig setzen)
      • opsi-admin -d task setPcpatchPassword (<- PcPatch Kennwort setzen)
      • (den JDK Teil kann man ignorieren, der BaPi hat eh keine GUI)
      • useradd -m -s /bin/bash <adminuser> (<- Benutzer anlegen)
      • passwd <adminuser> (<- Kennwort ändern)
      • smbpasswd -a <adminuser> (<- Benutzer in Samba bekannt machen und Kennwort vergeben)
      • usermod -aG opsiadmin <adminuser> (<- Benutzer in Gruppe "opsiadmin" packen)
      • (optional) usermod -aG pcpatch <adminuser> (<- Benutzer ggf. in Gruppe "pcpatch" packen)
      • opsi-setup --patch-sudoers-file (<- genehmigt "sudo opsi-set-rights ." für Mitglieder von "pcpatch")
    4. opsi Depotserver gem. opsi Handbuch, Kapitel 17., registrieren, fertig!
        opsi-setup --register-depot

Danach noch noch die opsi-product-updater.conf modifizieren mit Ziel opsi Configserver und nen Cronjob für den Updater einrichten. Voila!

Ich habe schon überlegt, ob man nicht nach dem letzten Schritt einfach ein Image von der SD zieht und damit in der Lage ist, reihenweise kleine Depotserver zu machen, die man den Kollegen in den Koffer legen kann ;) :mrgreen: ... mal sehen...

Lieber Gruß
Holger
Zuletzt geändert von pandel am 20 Apr 2017, 02:28, insgesamt 2-mal geändert.

pandel
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Re: BananaPi / Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon pandel » 04 Dez 2014, 14:54

So. Zur Vervollständigung hier ein Script, was sämtliche Einzelschritte übernimmt. Es tippt also quasi die Kommandozeile, ALLERDINGS auch nur die Befehle, nicht die Eingaben in Konfigurationsdialoge, Passwörter, blablabla.

Das Script ist im Auslieferungszustand unscharf, sprich wer es ausführt, bekommt ein paar bunte Meldungen, was passieren WÜRDE, das wars.

Grundsätzliche Vorgehensweise:
- SD Karte vom Pi mit Image beschreiben
- Booten
- angepasstes(!!) Script per WinSCP/USB/whatever nach /root kopieren und ausführbar machen
- Script starten

Um es scharf zu schalten ganz oben im Script den Parameter DEBUG="no" setzen, aber vorher mal lesen, was ich darin so geschrieben habe. Vor allem gibt es einige Parameter im Kopf des Scripts, die MÜSSEN angepasst werden.

Vielleicht hilft's ja wem oder ist als Ideenvorlage brauchbar.

vorlage-setupscript-bananapi.sh
Zuletzt geändert von pandel am 02 Mär 2017, 15:07, insgesamt 1-mal geändert.

Cdn
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Re: BananaPi / Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon Cdn » 26 Apr 2016, 16:52

Hallo zusammen,

ich weiß nicht ob dieser Thread auch für Probleme geöffnet ist, sonst bitte verschieben:

Vielen Dank für die super Anleitung, allerdings stoße ich bei der Installation des opsi-depotserver-expert auf ein Problem:

Code: Alles auswählen

0 Pakete aktualisiert, 80 zusätzlich installiert, 0 werden entfernt und 0 nicht aktualisiert.
15,0 MB an Archiven müssen heruntergeladen werden. Nach dem Entpacken werden 53,2 MB zusätzlich belegt sein.
Die folgenden Pakete haben verletzte Abhängigkeiten:
 opsi-depotserver-expert : Hängt ab von: opsi-linux-bootimage (>= 20100927), welches ein virtuelles Paket ist.
Die folgenden Aktionen werden diese Abhängigkeiten auflösen:

     Beibehalten der folgenden Pakete in ihrer aktuellen Version:
1)     opsi-depotserver-expert [Nicht installiert]

Ich hab schon viel getestet und auch die sources.list überprüft. Scheint alles korrekt zu sein.
Ich habe es mit einem Banana Pi 2 und der aktuellen jessie Version getestet und auch natürlich die Quellen angepasst.

Jemand eine Idee?
Danke!

pandel
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Re: BananaPi / Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon pandel » 20 Apr 2017, 02:27

ACHTUNG: Kleiner Hinweis an alle, die das hier ausprobieren möchten:

BananianOS wird nicht mehr weiterentwickelt, es wird empfohlen, auf Armbian zu wechseln. Ob und inwieweit die von mir beschrieben Methode damit noch funktioniert oder ob weitereichendere Anpassungen an dem Script durchzuführen sind, muss bitte jeder für sich selber herausfinden.

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Re: BananaPi / Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon ueluekmen » 21 Apr 2017, 15:43

Hi,

die Anleitung kommt aus einer Zeit, als das bootimage noch ein noarch-Paket war. Das hat sich leider irgendwann geändert. Warum das geändert werden musste würde hier den Rahmen sprengen und wäre ein technisches Kauderwelsch.

Wir haben offiziell einen Kundenauftrag für ARM was zu machen. Wir warten im Moment auf die Geräte. Es wird noch ein paar Tage dauern, bis wir loslegen können und dann werden wir relativ schnell sehen, was aktuell wo geht. Wir werden diese Informationen dann auch veröffentlichen, wahrscheinlich über https://blog.opsi.org
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Re: BananaPi / Raspberry als reiner Depotserver ohne TFTP

Beitragvon pandel » 24 Apr 2017, 12:15

Hi,

das klingt ja vielversprechend! Ich kann nur sagen, dass meine BananaPis seit 2014 quasi durchlaufen und ich nachwievor absolut froh über die Entscheidung bin, sie als billiges aber sehr brauchbares Filialdepot einzusetzen! Ich würde jederzeit wieder auf so 'ne ARMe Büchse setzen :D